Ratgeber · E-Mails und Warnmeldungen

Phishing-Mails erkennen:
Wenn die „Bank“ dringend schreibt.

„Ihr Konto wird gesperrt“, „Bestätigen Sie Ihre Daten“, „Ihr Paket wartet“: Gefälschte E-Mails und Warnmeldungen sehen oft täuschend echt aus. Hier lesen Sie, woran Sie sie erkennen und wie Sie mit einem einfachen Prüfweg auf der sicheren Seite bleiben.

So läuft es ab

Phishing folgt einem einfachen Muster.

01

Die Nachricht

Eine E-Mail oder SMS, scheinbar von Ihrer Bank, einem Paketdienst, einem Online-Shop oder einer Behörde, mit Logo und offiziellem Ton.

02

Der Grund zur Sorge

Ihr Konto sei gesperrt, eine Zahlung fehlgeschlagen, Ihre Daten veraltet. Sie sollen schnell handeln.

03

Der Link

Ein Knopf führt auf eine nachgemachte Seite. Dort sollen Sie sich anmelden, Kartendaten eingeben oder eine Zahlung freigeben.

Ein Beispiel aus dem Kurs

Martin ruft David an.

Martin Berger, 67, surft im Internet, als plötzlich eine laute Warnung erscheint: Sein Computer sei infiziert, er solle sofort eine Nummer anrufen. Statt dort anzurufen, ruft Martin seinen Sohn David an.

Im Kurs lernen Sie diesen und andere Fälle kennen, etwa die Phishing-Mail der „Bank“, und den sicheren Prüfweg, mit dem Sie jede Nachricht in Ruhe überprüfen.

Diese Geschichte erleben Sie im Kurs als Video (Kapitel 4).

Varianten

Diese Nachrichten sind besonders häufig.

Die „Bank“

Ihr Konto werde gesperrt, Sie müssten Ihre Daten oder ein neues Sicherheitsverfahren bestätigen.

Der Paketdienst

Eine Sendung warte, es fehle nur eine kleine Gebühr. Oft auch als SMS.

Der Online-Shop

Ihr Kundenkonto sei eingeschränkt, eine Bestellung müsse bestätigt werden.

Die falsche Virenwarnung

Eine Meldung im Browser behauptet, Ihr Gerät sei infiziert, und nennt eine „Support“-Nummer.

Behörde oder Krankenkasse

Eine angebliche Rückerstattung oder eine Frist, die gleich abläuft.

Der Anruf danach

Manchmal folgt ein Anruf vom „Sicherheitsteam“, der eine Freigabe in Ihrer Banking-App verlangt. Ähnliche Masche am Telefon

Warnsignale

Daran erkennen Sie Phishing.

  • Angst: Sperrung, Mahnung, Virus: Etwas Schlimmes soll passieren.
  • Eile: Nur noch 24 Stunden, nur heute.
  • Ein Link oder Anhang, über den Sie sich anmelden oder etwas öffnen sollen.
  • Fragen nach Daten: PIN, TAN, Passwort, Kartennummer: Echte Firmen fragen so nie.
  • Ungewöhnliche Absender, allgemeine Anrede oder holprige Sprache.

Richtig reagieren

Ihre vier Schutzschritte.

  1. Innehalten. Atmen Sie durch, bevor Sie irgendetwas tun. Ein echter Notfall hält ein paar Minuten aus.
  2. Kontakt beenden. Klicken Sie nicht auf Links, öffnen Sie keine Anhänge und rufen Sie keine Nummer aus der Nachricht an.
  3. Selbst prüfen. Öffnen Sie Ihre Banking-App oder die Internetseite so, wie Sie es immer tun, oder rufen Sie unter der Nummer an, die auf Ihrer Karte steht.
  4. Hilfe holen. Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen, bevor Geld fließt.
Gut zu wissen: Banken, Paketdienste und Behörden fordern Sie nie per E-Mail oder SMS auf, Passwörter, PIN oder TAN einzugeben. Eine Warnung im Browser, die Sie zum Anrufen auffordert, ist immer unecht. Schließen Sie das Fenster.

Wenn etwas passiert ist

Schnell handeln – ohne Scham.

Betrüger arbeiten mit Gefühlen und gezieltem Druck. Darauf kann jeder hereinfallen. Wichtig ist, schnell zu handeln:

  • Bank sofort anrufen, wenn Sie Bankdaten eingegeben oder etwas freigegeben haben. Karten und Online-Banking sperren Sie über den Sperr-Notruf 116 116.
  • Passwort ändern, und zwar über den normalen Weg, nicht über den Link in der Nachricht.
  • Fernzugriff beenden: Haben Sie jemandem Zugriff auf Ihren Computer gegeben, trennen Sie ihn vom Internet und lassen Sie ihn prüfen.
  • Anzeige erstatten und die Nachricht als Beweis aufheben.
  • Darüber sprechen. Scham hilft nur den Tätern.

Für Angehörige

So helfen Sie Ihren Eltern.

Den Prüfweg gemeinsam einrichten

Legen Sie die Banking-App oder ein Lesezeichen für die Bank an. Dann gibt es nur noch einen sicheren Weg dorthin.

Ansprechbar sein

„Ruf mich lieber einmal zu oft an.“ Dieser Satz nimmt viel Druck, wie bei Martin und David.

Updates und Spamfilter

Aktuelle Geräte und ein guter Spamfilter halten viele falsche Nachrichten fern.

Häufige Fragen zu Phishing

Was bedeutet Phishing?

Das Wort kommt vom englischen „fishing“, also Angeln: Betrüger „angeln“ mit gefälschten Nachrichten nach Passwörtern, Kartendaten oder Freigaben.

Ich habe nur auf den Link geklickt. Ist das schlimm?

Meist passiert durch das bloße Öffnen noch nichts. Geben Sie dort aber keine Daten ein. Schließen Sie die Seite, und wenn Sie unsicher sind, lassen Sie Ihr Gerät prüfen.

Die E-Mail hatte das echte Logo meiner Bank. Kann sie trotzdem falsch sein?

Ja. Logos und Gestaltung lassen sich leicht kopieren. Entscheidend ist, was die Nachricht von Ihnen will, und dass Sie nur über Ihren gewohnten Weg prüfen.

Wohin kann ich Phishing-Mails melden?

Viele Banken und Shops haben eine eigene Adresse dafür. Die Verbraucherzentrale sammelt Phishing-Mails im Phishing-Radar. Danach können Sie die Nachricht löschen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Im Notfall wählen Sie immer selbst die 110.