Ratgeber · Betrug an der Haustür
Betrug an der Haustür:
Sie entscheiden, wer hereinkommt.
Es klingelt. Ein Mann in Arbeitskleidung will den Wasserzähler ablesen, eine Frau braucht dringend Hilfe, ein „Handwerker“ kommt wegen eines Rohrbruchs. Hier lesen Sie, wie Betrüger an der Haustür vorgehen und wie Sie freundlich, aber bestimmt die Tür geschlossen lassen.
So läuft es ab
So kommen Betrüger ins Haus.
01
Der Grund
Ein Ableser, Handwerker, Amtsträger oder jemand in Not steht vor der Tür. Die Geschichte klingt glaubwürdig.
02
Die Ablenkung
Einmal drinnen, lenkt eine Person Sie ab, oft in Küche oder Keller. Eine zweite durchsucht unbemerkt die Wohnung.
03
Der Verlust
Bargeld, Schmuck oder Karten sind weg, manchmal erst Tage später bemerkt.
Ein Beispiel aus dem Kurs
Ein „Handwerker“ klingelt bei Anja.
Ein Dienstagnachmittag. Anja Berger, 62, ist allein zu Hause, als es klingelt. Vor der Tür steht ein Mann in Arbeitsjacke, angeblich von den Stadtwerken. Er zeigt einen Ausweis und drängt. Angekündigt war nichts.
Im Kurs sehen Sie, warum ein Ausweis allein nichts beweist, wie Anja selbst bei den Stadtwerken nachfragt und wie leicht es ist, die Tür einfach zu lassen.
Diese Geschichte erleben Sie im Kurs als Video (Kapitel 6).
Varianten
Diese Rollen spielen die Täter.
Der Ableser
Angeblich von Stadtwerken, Energieversorger oder Hausverwaltung, ohne Ankündigung.
Der Handwerker
Wegen eines Rohrbruchs oder Heizungsschadens müsse er „dringend“ in die Wohnung.
Die Notlage
Jemand braucht ein Glas Wasser, Papier und Stift oder muss dringend telefonieren.
Die Amtsperson
Angebliche Polizisten oder Mitarbeiter einer Behörde in Zivil. Mehr dazu
Der Bote
Er holt nach einem Schockanruf Geld oder Schmuck ab. Mehr zum Schockanruf
Der Haustürverkauf
Überteuerte Verträge oder Reparaturen, die sofort unterschrieben werden sollen.
Warnsignale
Daran erkennen Sie Betrug an der Tür.
- Nicht angekündigt: Echte Ablesetermine werden vorher mitgeteilt.
- Eile: Es müsse jetzt sofort sein.
- Mehrere Personen, von denen eine Sie ablenkt.
- Mitleid: Eine Notlage, die Sie hereinbitten soll.
- Ein Ausweis, den Sie nicht in Ruhe ansehen dürfen.
Richtig reagieren
Ihre vier Schutzschritte.
- Innehalten. Atmen Sie durch, bevor Sie irgendetwas tun. Wer ehrlich ist, kann auch ein paar Minuten warten.
- Kontakt beenden. Öffnen Sie nur mit vorgelegtem Sperrbügel. „Kommen Sie bitte ein andermal wieder“ ist immer eine gute Antwort.
- Selbst prüfen. Rufen Sie bei der Firma oder Behörde unter der Nummer an, die Sie selbst heraussuchen, nicht unter einer Nummer auf dem Ausweis oder Zettel.
- Hilfe holen. Holen Sie Nachbarn oder Angehörige dazu, oder rufen Sie bei Verdacht die 110.
Wenn etwas passiert ist
Schnell handeln – ohne Scham.
Betrüger arbeiten mit Gefühlen und gezieltem Druck. Darauf kann jeder hereinfallen. Wichtig ist, schnell zu handeln:
- Bei verdächtigen Personen sofort die 110 wählen. Merken Sie sich Aussehen, Kleidung und Fahrzeug.
- Bank anrufen, wenn Karten fehlen. Sperren können Sie über den Sperr-Notruf 116 116.
- Anzeige erstatten und Nachbarn warnen. Täter ziehen oft von Tür zu Tür.
- Darüber sprechen. Scham hilft nur den Tätern.
Für Angehörige
So unterstützen Sie Ihre Eltern.
Sperrbügel und Türspion
Eine kleine Investition, die viel Sicherheit gibt. Fragen Sie auch bei der Polizei-Beratung nach.
Nummern griffbereit
Hängen Sie wichtige Nummern neben das Telefon: Hausverwaltung, Stadtwerke, Nachbarn, 110, 116 116.
Gute Nachbarschaft
Wer Nachbarn kennt, kann sie im Zweifel dazuholen oder einfach Bescheid sagen.
Üben statt nur lesen
Die Tür geschlossen lassen – freundlich, aber bestimmt.
Im Onlinekurs CyberPate erleben Sie Betrug an der Haustür, am Telefon und im Internet in kurzen Videogeschichten mit Familie Berger und üben, wie Sie selbst bestimmen, wer hereinkommt. Für Menschen ab 60 und ihre Angehörigen, ohne Vorwissen.
Auch für Eltern oder Großeltern: So funktioniert der Kauf für Angehörige.
- 7 Kapitel mit lebensnahen Geschichten
- Videos mit Untertiteln und Übungsfragen
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Häufige Fragen zum Betrug an der Haustür
Muss ich einen Ableser hereinlassen?
Nicht ohne Ankündigung. Echte Ablesetermine werden vorher schriftlich mitgeteilt. Wenn Sie unsicher sind, vereinbaren Sie einen neuen Termin.
Wie prüfe ich einen Dienstausweis?
Lassen Sie sich den Ausweis zeigen und rufen Sie bei der Firma oder Behörde an, unter einer Nummer, die Sie selbst heraussuchen. Die Person wartet so lange vor der geschlossenen Tür.
Ist es unhöflich, die Tür nicht zu öffnen?
Nein. Echte Handwerker, Ableser und Polizisten haben dafür Verständnis. Ihre Sicherheit geht vor.
Was mache ich, wenn jemand wirklich Hilfe braucht?
Helfen Sie durch die geschlossene Tür: Rufen Sie für die Person die 110 oder den Rettungsdienst unter 112.
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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Im Notfall wählen Sie immer selbst die 110.