Ratgeber · Einkaufen im Internet
Fake-Shops erkennen:
Wenn das Schnäppchen zu gut ist.
Ein Markengerät zum halben Preis, eine schöne Seite, ein Countdown: Gefälschte Online-Shops sehen oft aus wie echte. Sie bezahlen – und die Ware kommt nie. Hier lesen Sie, woran Sie Fake-Shops vorher erkennen und wie Sie sicher bezahlen.
So läuft es ab
So locken Fake-Shops.
01
Das Angebot
Über Suchmaschine, Werbung oder soziale Netzwerke finden Sie einen Shop mit sehr günstigen Preisen, oft für Markenware, die anderswo ausverkauft ist.
02
Der Zeitdruck
„Nur noch 2 Stück“, „Angebot endet in 10 Minuten“. Sie sollen nicht lange vergleichen.
03
Die Vorkasse
An der Kasse bleibt am Ende nur Vorkasse per Überweisung. Danach ist der Shop nicht mehr erreichbar.
Ein Beispiel aus dem Kurs
Anja entdeckt ein Schnäppchen.
Anjas alte Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben. Im Internet stößt sie auf einen Shop, den sie nicht kennt, mit einem Angebot, das fast zu gut klingt. Die Seite wirkt professionell, der Preis ist verlockend, und es soll schnell gehen.
Im Kurs sehen Sie, an welchen kleinen Hinweisen Anja stutzig wird und wie sie in wenigen Minuten prüft, ob ein Shop echt ist.
Diese Geschichte erleben Sie im Kurs als Video (Kapitel 5).
Varianten
Verwandte Maschen beim Einkaufen.
Die Abofalle
Ein „Gratis-Test“, der sich still in ein teures Abo verwandelt.
Promi-Werbung
Bekannte Gesichter werben angeblich für Wundermittel oder Geldanlagen. Die Anzeigen sind gefälscht.
Gewinnversprechen
Sie hätten gewonnen, müssten aber vorher eine Gebühr bezahlen.
Falsche Geldanlagen
Hohe Gewinne ohne Risiko, auf Plattformen, die nur zum Schein Gewinne anzeigen.
Kleinanzeigen
Verkäufer wollen nur Vorkasse oder schicken einen Link zu einer „sicheren Bezahlseite“.
Paket-SMS
Eine angebliche Lieferung wartet, gegen eine kleine Gebühr. Mehr zu Phishing
Warnsignale
Daran erkennen Sie einen Fake-Shop.
- Preise weit unter dem üblichen Preis.
- Eile: Countdowns und „nur noch heute“.
- Nur Vorkasse: Andere Zahlarten verschwinden an der Kasse.
- Ein lückenhaftes Impressum oder gar keins, keine erreichbare Telefonnummer.
- Eine seltsame Internetadresse, die nicht zum Shop-Namen passt.
Richtig reagieren
Ihre vier Schutzschritte.
- Innehalten. Atmen Sie durch, bevor Sie irgendetwas tun. Ein gutes Angebot hält ein paar Minuten aus.
- Kontakt beenden. Bezahlen Sie nicht per Vorkasse. Brechen Sie die Bestellung ab, wenn Sie unsicher sind.
- Selbst prüfen. Prüfen Sie den Shop mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale und suchen Sie nach Erfahrungen anderer Kunden, über die Suchmaschine, nicht über Bewertungen auf der Shop-Seite.
- Hilfe holen. Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen, bevor Geld fließt.
Wenn etwas passiert ist
Schnell handeln – ohne Scham.
Betrüger arbeiten mit Gefühlen und gezieltem Druck. Darauf kann jeder hereinfallen. Wichtig ist, schnell zu handeln:
- Bank sofort anrufen. Eine Lastschrift können Sie zurückbuchen lassen, bei Kreditkarten gibt es oft ein Rückforderungsverfahren.
- Beweise sichern: Bildschirmfotos vom Shop, Bestellbestätigung, Zahlungsbeleg.
- Anzeige erstatten, auch online über die Onlinewache der Polizei.
- Den Shop melden, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.
- Darüber sprechen. Fake-Shops sind so gemacht, dass jeder darauf hereinfallen kann.
Für Angehörige
So helfen Sie beim Online-Einkauf.
Feste Lieblingsshops
Legen Sie Lesezeichen für bekannte Shops an. Das schützt vor Zufallsfunden in der Suche.
Eine Regel für die Kasse
„Keine Vorkasse bei Shops, die ich nicht kenne.“ Einfach zu merken, sehr wirksam.
Gemeinsam prüfen
Bieten Sie an, bei größeren Käufen kurz gemeinsam auf den Shop zu schauen.
Üben statt nur lesen
Sicher einkaufen, ohne Angst vor dem Internet.
Im Onlinekurs CyberPate erleben Sie Fake-Shops, Abofallen und falsche Gewinnversprechen in kurzen Videogeschichten mit Familie Berger und üben, sie in Ruhe zu durchschauen. Für Menschen ab 60 und ihre Angehörigen, ohne Vorwissen.
Auch für Eltern oder Großeltern: So funktioniert der Kauf für Angehörige.
- 7 Kapitel mit lebensnahen Geschichten
- Videos mit Untertiteln und Übungsfragen
- Merkblätter zum Ausdrucken
- 59 € einmalig, unbegrenzter Zugang
Häufige Fragen zu Fake-Shops
Wie prüfe ich, ob ein Shop echt ist?
Achten Sie auf ein vollständiges Impressum, verschiedene Zahlarten und realistische Preise. Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale prüft eine Internetadresse kostenlos.
Das Gütesiegel sah echt aus. Reicht das?
Nicht immer. Siegel werden oft nur als Bild kopiert. Ein echtes Siegel lässt sich anklicken und führt zur Seite des Siegel-Anbieters.
Welche Zahlart ist am sichersten?
Kauf auf Rechnung, Lastschrift oder Bezahldienste mit Käuferschutz. Bei Vorkasse per Überweisung bekommen Sie Ihr Geld meist nicht zurück.
Ich habe schon bezahlt. Was kann ich tun?
Informieren Sie sofort Ihre Bank, sichern Sie alle Belege und erstatten Sie Anzeige. Je schneller Sie handeln, desto besser die Chancen.
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Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Im Notfall wählen Sie immer selbst die 110.